HDR Fotografie – 7 Schritte zum perfekten Bild

HDR Fotografie – 7 Schritte zum perfekten Bild

Ihr fotografiert gerne und habt schon häufiger den Begriff HDR Fotografie gehört?
Aber was ist dieses HDR…??

  • Eine technische Funktion an einer neuen Kamera?
  • Wie kann ich HDR Aufnahmen machen?
  • Ich habe keine Bearbeitungsprogramme am Computer, geht das trotzdem?

Ich möchte euch mit meiner Einführung in das Thema HDR Fotografie all diese Fragen beantworten und Tipps für die Praxis geben.

Begriffserklärung: Was ist HDR?

Den Begriff HdR habt ihr sicher schon gehört. HDR bedeutet High Definition Range und steht für hoch auflösende Bilder, bzw. für Bilder mit hohem „Dynamikumfang“. Die digitale Fotografie nutzt HDR, um Bilder mit einen hohen Kontrastumfang und einer gewissen Tiefe zu erstellen.

Nun möchte ich euch in 7 Schritten das Thema HDR näher bringen:

1) Verstehen, was das Tolle an HDR ist

Mithilfe von HDR kann man wundervolle Bilder aufnehmen. Besonders gut eignet sich diese Technik bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Ab Besten kann ich euch das am folgenden Beispiel verdeutlichen: Ihr macht Innenaufnahmen von einem Raum mit Fenster – das typische Ergebnis: Wenn man auf das helle Licht im Fenster fokussiert ist der Raum dunkel und wenn man auf den Raum fokussiert ist das Fenster einfach weiß. HDR Fotografie arbeitet mit Belichtungsreihen, die dann später übereinander gelegt werden. Ihr macht ein Bild mit Überbelichtung vom Raum, eines vom unterbelichteten Fenster und ein normal-lichtstarkes Bild. Wenn man diese 3 Bilder dann später per Software zu einem HDR Bild kombiniert, erhaltet ihr ein beeindruckendes Ergebnis.

2) Das geeignete Motiv

Wie ich bereits beschrieben habe, eignen sich Motive mit schwierigen Lichtbedingungen besonders gut für HDR Bilder. Sonnenauf- oder -untergänge sind ein gutes Motiv, da die grellen Farben der Sonne und die entstehenden Schatten auf einem normalen Bild schwer im vollen Umfang festzuhalten sind. Sonnenuntergangsbilder oder auch Stadt-Kulissen eigen sich auch daher gut, da das Motiv sich idealerweise nicht bewegen sollte. Daher sucht euch solche Panorama-Motive wie Skylines, Berge oder Seen.

Abhörstation Teufelsberg

3) Einstellungen an der Kamera

Einige Kameras sind in der Lage eine Belichtungsreihe für ein HDR Bild aufzunehmen.

Da ich ein Canon-Fan bin beschreibe ich euch die Funktion an der 6D. Solltet ihr euch gerade im Automatik Modus befinden, bitte direkt auf AV wechseln. Da es bei HDR Ausnahmen meinst auf die Details ankommt empfiehlt es sich die Blendenwerte höher zu setzen, probiert es mal mit f8 (oder f11) aus. Dann wählt ihr in die Einstellung “Belichtungsreihen-Funktion“ AEB settings (Auto Exposure Bracketing). Über die Taste “Q” gelangt ihr in das Menü, dann Set und über das Rädchen öffnet sich unterhalb ein Bereich, in dem ihr die Lichtstärke für eure Belichtungsreihe auswählt. Es müssen nicht unbedingt extreme Werte sein, je nach Motiv reicht es beim AEB zwischen 2-3 zu gehen. Dann stellt ihr den Selbstauslöser auf 2 Sekunden ein.

Solltet ihr diese Funktion nicht an eurer Kamera haben, dann macht einfach 3 Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen. Aber passt auf, dass die Kamera fest steht und dass ihr zwischen den Aufnahmen nicht verwackelt.

Kameraeinstellungen für Belichtungsreihe

4) Belichtungsreihe erstellen für das HDR Bild

Bei der Belichtungsreihe wird jede Bildregion des einzelnen Bildes korrekt belichtet. Experimentiert gerne auch mit anderen Werten oder mit einer anderen Blende, da es auf das Motiv ankommt, was die beste Einstellung für eure Kamera ist. Merk euch, was ihr ausprobiert und schaut euch dann die Unterschiede auf dem Display der Kamera oder später am Computer an.

Positioniert eure Kamera richtig und löst nun den Timer aus. Die Kamera nimmt automatisch 3 Bilder hintereinander auf – je nach Lichtsituation kann jede Aufnahme etwas länger dauert. Hier seht ihr 3 meiner Bilder, die ich bei einer Fototour aufgenommen habe mit dem HDR Resultat, aber dazu kommen wir noch.

HDR Belichtungsreihe

Das klingt erstmal gar nicht so schwierig, vielleicht denkt ihr das Thema ist aufwendiger, wenn das dann noch am Computer bearbeitet wird. Aber das ist alles sehr einfach und das Ergebnis ist es absolut Wert.

5) Stativ nicht vergessen

Es ist wichtig, dass die Kamera sich zwischen den Bilder der Belichtungsreihe nicht bewegt. Daher solltet ihr ein gutes Stativ haben, welches ihr auf festen Boden stellt. Bereits kleine Bewegungen können für unscharfe Bilder sorgen, Brücken sowie weiche Untergründe oder Stative, die für schwerere Kameras nicht geeignet sind können hier schon mal ein Problem sein.

Kamerastativ

6) Bearbeitung am Computer

Für die Bearbeitung am Computer kann ich euch die Software Photomatrix empfehlen. Photomatrix bietet eine kostenlose Probeversion, mit der ihr das ganze testen könnt, allerdings mit Wasserzeichen auf euren Bildern. Die Essentials Version gibt es schon ab 29€ und damit habt ihr ein gutes Tool an der Hand, um eure Bilder zu bearbeiten.

Wenn ihr die Bilder von eurer Speicherkarte auf dem Computer geladen habt, sucht ihr euch als erstes die 3 Bilder der Belichtungsreihe raus. Die Bilder eurer Belichtungsreihe könnt ihr dann ganz einfach per Drag & Drop hineinziehen und das Programm erstellt euer HDR Bild.

7) Die kreative Note

Mit HDR kann man wunderbare Effekte zaubern, daher finde ich das glaube ich auch so toll. In den meisten Fällen soll es ein realitätsnahes Bild sein und nicht “über-bearbeitet” aussehen. Aber manchmal kann das surreale und übertriebene einen gewissen Reiz haben.

Wenn ihr Bilder ins Programm ladet werdet ihr gleich am Anfang gefragt, ob ihr “ghost-effekts” entfernen wollt. Ich habe es in diesem Bild bewusst nicht getan, weil ich es spanned fand die Dynamik der Stadt mit den Silhouetten der Personen und den vorbeifahrenden Autos in der Form Ausdruck zu verleihen. Es ist sicher kein perfektes Bild, aber mir gefällt es. Die Empfehlung ist zwar, dass sich die Objekte im Bild nicht bewegen sollen, aber auch das kann interessant wirken. Probiert es einfach mal aus, wenn euch der Effekt gefällt.
Chicago Street Life

Im Programm selbst finden sich noch weitere Effekte bzw. gewisse Voreinstellungen was die Schärfe, die Sättigung oder den Contrast angehen. Klickt euch einfach durch und schaut, wie euer Motiv am Besten wirkt und was ihr damit zum Ausdruck bringen möchtet. So wie dieses Bild, was übertrieben kitschig und überbearbeitet ist, aber ich fand das Bild schön mit dem roten Bus und den tollen Wolken….

London Bridge

Und so können HDR Bilder aussehen

Nachdem ich mit HDR Fotografie angefangen habe, kann ich gar nicht mehr damit aufhören und ich bin innernoch total begeistert von den Ergabnissen. Man hat einfach die Möglichkeit seine Motive anders darzustellen.

London Skyline

Wie ihr seht fotografiere ich liebend gern Skylines zur Blauen Stunde oder zum Sonnenuntergang. Wenn man Glück hat gibt es so tolle Wolken am Himmel, die das Bild noch interessanter wirken lassen.

Skyline Sydney

In diesem Bild habe ich den Effekt verstärkt und den Baum mit starken Kontrasten in schwarz und weiß dargestellt.

HDR Aufnahme schwarz weiß

Neben Lichtquellen wie der Sonne können auch Lichter von einer Skyline wie hier im Bild für schwierige Lichtverhältnisse sorgen. Daher habe ich mich bei diesem Motiv auch für HDR entschieden, damit die Skyline zu erkennen ist und um die wunderbare Spiegelung im Wasser einzufangen.

Skyline Frankfurt

Das Bild ist vom Sonnenuntergang über Berlin (wie man sieht :)). Es ist schon so eine tolle Perspektive auf die Stadt und als HDR Bild wirkt es nochmal besser.

Berlin Skyline Sonnenuntergang

Was haltet ihr von HDR? Ist es für euch eine technische Spielerei oder ein geliebtes Feature?
Habt ihr bereits HDR Aufnahmen gemacht? Was sind eure Erfahrungen?

Ich freue mich über eure Kommentare!
Wenn ihr noch mehr HDR Bilder sehen wollt, dann schaut euch meinen Beitrag zu den Beelitz Heilstätten oder die Abhörstation Teufelsberg an.

 

Ihr wollt noch mehr zum Thema HDR erfahren? Dann habe ich hier eine Buchempfehlung für euch: